Ausbau der Mobilfunkversorgung in Furth und Schatzhofen

Seit Herbst 2018 beschäftigt sich die Gemeinde Furth mit der Schließung von Mobilfunklücken.
Diese Seite informiert Sie über den Verfahrensstand und den bisherigen Verlauf vor Ort. Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund der wissenschaftlich Komplexität der Faktenlage auf weiterführende Links zum Thema verzichten. Insoweit verweisen wir auf die allgemein zugänglichen Quellen im Internet. 

Durch den Mobilfunkaufbau am Wasserturm zwischen Furth und Arth werden große Teile der Gemeinde bereits ausreichend versorgt. Auf dem Turm sind Antennen der Telekom, von Vodafone und der Telefonica (O²) installiert. Seit dem Ausbau des 4G-Netzes in 2010 hat Arth eine flächendeckende und Furth und Schatzhofen eine zumindest teilweise flächendeckende Mobilfunkversorgung. Unter Mobilfunk wird sowohl der Sprachdienst als auch der Datenverkehr via Handy/Smartphone verstanden. Der Breitbandatlas der Bundesrepublik weißt derzeit in den besiedelten Bereichen von Schatzhofen Unterversorgungen sowohl im Sprach- als auch im Datenverkehr auf. 

Aktueller Verfahrensstand

Im Herbst 2018 erreichen die Verwaltung mehrere Nachfragen (4) aus dem Bereich Neuhauser Straße zur Qualität der Mobilfunkabdeckung. Insbesondere im Bereich zwischen Birnbaumstraße und Abdeck sowie im unteren Bereich der Hofmark sei keine Mobilfunkabdeckung vorhanden. Auch außerhalb der Gebäude bestehe teilweise keine Mobilfunkverfügbarkeit. 

Durch die Neuauflage des Förderprogramms "Mobilfunkausbau in Bayern" wird die Abdeckung in Furth diskutiert und werden die Mobilfunkbetreiber auf die  Rückmeldungen aus der Bürgerschaft  aufmerksam gemacht. 

Der Gemeinderat berät in seiner Sitzung vom 29.07.2019 über die Ergebnisse der Suchkreisanfrage. Sowohl Telekom als auch Vodafone schlagen einen neuen Mobilfunkmasten für den Bereich Schatzhofen/Geberskirchen vor, da eine Abdeckungslücke besteht. Gleichfalls teilen die Mobilfunkbetreiber mit, dass diese Standorte nicht eigenwirtschaftlich augebaut werden können und das für den Ausbau eine kommunale Kofinanzierung im Rahmen des "Mobilfunkpaktes Bayern" nötig ist. Im Gemeinderat werden folgende Punkte angesprochen: 

  • Die Mobilfunkabdeckung (4G, LTE) ist in Schatzhhofen/Geberskirchen nicht ausreichend
  • Die Folgen der Strahlenbelastung auf die menschliche Gesundheit wird angesprochen und soll berücksichtigt werden
  • Die Entscheidung über die Errichtung obliegt der Gemeinde
  • Die Entscheidung der Grundstücksbesitzer für die vorgeschlagenen Flurstücke ist letztendlich ausschlaggebend über die Errichtung eines Sendemastes
  • Der Ausbau erscheint einigen Gemeinderatsmitgliedern für die Zukunft im Hinblick auf landwirtschaftliche Geräte und autonomes Fahren unumgänglich
  • Die Notwendigkeit über einen absolut flächendeckenden Ausbau wird konträr diskutiert

Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Planung gem. Mobilfunkrichtlinie zum Ausbau eines flächendeckenden Mobilfunknetzes und beauftragt die Verwaltung mit der Beantragung im Förderprogramm und mit der Umsetzung.

Bereits im Herbst 2019 lag die Genehmigung des Mobilfunkberatungszentrums an der Regierung der Oberpfalz vor. Die Gemeinde Furth erhält für den Ausbau des Mobilfunks einen Zuschuss von bis zu 80 % der Kosten, gedeckelt auf 500.000,- €. Diese Genehmigung bezieht sich auf den Aufbau passiver Infrastruktur (Leerrohre, Fundamente, Mast etc.) an einem Standort im Bereich Schatzhofen zur Schließung der dortigen Mobilfunklücke. 

Aufgrund der abweichenden Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger zur tatsächlichen Mobilfunkabdeckung und den Daten des Breitbandatlas wird seitens der Verwaltungsgemeinschaft eine Mobilfunkmessung  in Obersüßbach und Furth beauftragt. Die Daten dieser Messung soll das sichere Definieren eines Mobilfunkstandortes unterstützen und den tatsählichen Bedarf ausfzeigen. Aufgrund der Corona-Pandemie kam es mehrfach zu Verschiebungen so dass die Messung erst im Frühjahr 2021 stattfinden konnte. 

Die Laufzeit des Förderbescheides wurde zwischenzeitlich zweimal verlängert.  

Im Frühjahr 2021 führte die Corwese GmbH eine Versorgungsmessung für Mobilfunk in Furth durch. Bei dieser Messung wurden die Versorgungen von GSM und LTE berücksichtigt. Da UMTS in den nächsten Jahren nicht mehr gewartet und zurückgebaut wird, fand für diesen Dienst keine Messung statt. Als Messfahrzeug wurde ein BMW eingesetzt der in einer Dachbox mit der entsprechenden Messtechnik ausgestattet war. Für die Pegelmessungen und Positionsbestimmung per GPS wurde ein Messsystem von Rohde & Schwarz TSMA eingesetzt, welches mit einem Laptop zur Aufzeichnung der Position und der dazugehörigen Messwerte verbunden war.

Die Analyse ergab das im Bereich Schatzhofen/Punzenhofen in weiten Bereichen keine Mobilfunkabdeckung sowohl im Sprach- als auch im Datendienst vorhanden ist und das in Furth in der Neuhauser Straße/Hofmarkstraße die von den Bürger*innen 2018 mitgeteilten Mobilfunklücken ebenfalls bestehen. Die Daten und das Ergebnis werden dem Gemeinderat öffentlich vorgestellt werden.  

 

In seiner Sitzung vom 17.05.2021 werden dem Gemeinderat die Ergebnisse präsentiert und durch das Gremium folgender Beschluss gefasst:

Der Gemeinderat beschließt die Errichtung von Mobilfunkmasten im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit Obersüßbach, mit Federführung durch Furth.
Erster Bürgermeister Andreas Horsche wird ermächtigt, die Firma Corwese bezüglich der Planung und Ausschreibung zu beauftragen und eine Flächenakquise für den Maststandort durchzuführen.

In gleicher Sitzung wurde festgelegt, dass die Bürger im nächsten Infoblatt im Juni 2021 über das Vorhaben informiert werden sollen. Das Infoblatt Juni 2021 setzte daher einen Schwerpunkt auf den Mobilfunkausbau in der Gemeinde. Ebenso erschien ein umfassender Artikel in der Landshuter Zeitung. 

Im Nachgang zur Sitzung erörterte das Mobilfunkzentrum Regensburg das weitere Vorgehen in der Sache. Danach werden zunächst die Mobilfunkbetreiber mit einer neuen Suchkreisanfrage beauftragt und werden die von Corwese ermittelten Daten in dieser Beauftragung einbezogen. 

Wie geht es weiter?

Die Regierung der Oberpfalz prüft derzeit die Ergebnisse der Messung der Fa. Corwese und gleicht diese mit den Mobilfunkbetreibern ab. Daraufhin wird eine Suchkreisanalyse stattfinden bei der die Mobilfunkbetreiber  in einer Machbarkeitsstudie mögliche Standorte prüfen. Im Ergebnis werden die Mobilfunkbetreiber mitteilen, ob ein eigenwirtschaftlicher Ausbau oder ein subventionierter Ausbau oder ggf. kein Ausbau am Standort erfolgen soll/kann. Dieses Ergebnis wird seitens der Verwaltung geprüft und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt. 

Zum aktuellen Zeitpunkt (Juli 2021) ist unklar ob und wo überhaupt ein neuer Mobilfunkstandort geschaffen werden wird.  

Die derzeitige Fördergenehmigung für den Aufbau von passiver Infrastruktur ist seitens des Freistaats bis zum 31.12.2021 befristet. 

Argumente für und gegen einen Mobilfunkausbau

Im Zuge der frühen Bürgerbeteiligung meldeten sich nach Veröffentlichung des Vorhabens Bürgerinnen und Bürger aus dem Haiderfeld, der Birnbaumleitn und der Zieglstattstraße um sich gegen das Vorhaben der Gemeinde auszusprechen.  Im Wesentlichen wurden hierbei folgende Punkte geäußert, welche in den Entscheidungsprozess mit einfließen werden:

  • Gesundheitliche Gefährdung durch 5G
    Da keine abschließenden wissenschaftlichen Aussagen zur Schädlichkeit/Gesundheitsgefährdung von Mobilfunkstrahlung (insbesondere 5G) und deren Folgen vorliegen, wird die Neuinstallation von Mobifunksendeanlagen grundsätzlich abgelehnt.
     
  • Bedarf
    Im Ortsteil Furth besteht kein Bedarf an einem weiteren Mobilfunkausbau. Es fehlen derzeit die Anwendungsmöglichkeiten für 5G. Ein wirtschaftliches Engagement der Gemeinde bei der Errichtung von Mobilfunkstandorten, der den Ausbau des 5G-Netzes zum Ziel hat, wird daher abgelehnt.  In den unterversorgten Bereichen der Neuhauser Straße/Hofmark ist eine ausreichende kabelgebundene Breitbandversorgung vorhanden und damit WLAN-Telefonie bzw. Breitbanddatennutzung auch über das Handy/Smartphone möglich.     

In Schatzhofen, Punzenhofen, Anglhub, Gierstham, Würzlburg und Geberskirchen  gibt es keinen Mobilfunkempfang. Ein neuer Mobilfunksender würde diese Bereiche nicht nur im Daten- und Sprachverkehr abdecken, sondern auch weitere Vorteile bringen. Aus der Bürgerschaft und aus dem Gemeinderat kamen folgende Argumente die den Ausbau von Mobilfunk befürworteten:  

  • Infrastruktur der Zukunft
    Insbesondere im Bereich der Anwendungen in Landwirtschaft (vernetze Sensorik), Gewerbe (vernetze Lieferketten) und Bildung (kooperatives internationales Lernen). Zum Vergleich: 2008 glaubte man das 1 MBit/s im Download eine ausreichende Breitbandversorgung im ländlichen Raum darstellt. Infrastrukturaufbau erfordert einen Vorlauf von 5-10 Jahren
     
  • geringere individuelle Strahlenbelastung
    In der Gesamtstrahlenbelastung auf den menschlichen Körper beträgt der Anteil der Mobilfunkbasisstationen etwa 5 - 10 %.  Der Anteil der mobilen Endgeräte (Mobiltelefone/Smartphone/Handy) beträgt hingegen im Durchschnitt etwa 80 %.  WLAN und andere Schnurlostelefone (DECT) sind für den Rest verantwortlich. Bei einem gleichmäßigen Ausbau der Basisstationen sinkt die benötigte Sendeleistung am Endgerät und damit die individuelle Strahlenbelastung deutlich.