Furth
Mittwoch, 28. Juli 2021

Spatenstich an der ehemaligen Maristen-Klosterkirche

Gestern noch Gotteshaus – Künftig Bürger- oder Konzertsaal

In Bayern ticken die Uhren anders, manchmal gehen sie nur etwas nach. Was tun mit Kirchen, die zu groß geworden sind, was mit Klöstern, deren Bewohner aussterben? Dieses Thema kommt mit Macht auch auf den Süden Deutschlands, sprich Bayern, zu und hat seine Spuren nun auch schon in Furth (Landkreis Landshut) hinterlassen.

Das gemeindliche Kommunalunternehmen erwarb im Oktober 2015 das Maristenkloster und somit ging auch die dortige Kirche in den Besitz der Gemeinde über. „Ein Jahrhundertereignis“, so beschrieb Bürgermeister Andreas Horsche seinerzeit den Kauf. Und infolge dessen ist die Klosterkirche die zweite Kirche im Bistum Regensburg, die zwangsläufig profaniert (entweiht) wurde. Nach fast dreijähriger Vorarbeit der Kommune hat man von der Regierung von Niederbayern erfahren, dass der Umbau der Klosterkirche und den damit in Zusammenhang stehenden Außenanlagen in das Bayerische Städtebauförderprogramm aufgenommen wurde. Durch diese Aufnahme werden etwa 60 Prozent der entstehenden Umbaukosten durch den Freistaat Bayern übernommen. Unlängst erhielt die Gemeinde den entsprechenden Zuwendungsbescheid (wir berichteten).

Und genau dies war nun das Startsignal für die bevorstehenden Umbaumaßnahmen, welche am Dienstagnachmittag mit dem obligatorischen Spatenstich durch Bürgermeister Andreas Horsche - im Beisein der Architekten Matthias Gewies und Björn Rohde - begannen. Kurz und bündig: Der Theatersaal erhält eine neue Funktion und wird zum Foyer und neuem Eingangsbereich vom Klosterinne3nhof und dem östlichen Vorplatz umgebaut. Der auf zwei Ebenen liegende Boden wird auf das östliche Vorplatzniveau angehobenIn das Treppenauge des bestehenden Haupttreppenraumes wird ein transparenter Aufzug eingebaut, der die Anbindung an den Kirchenraum und das neue Seminargebäude ermöglicht. Der Kirchenraum wird durch den Einbau des Aufzugs barrierefrei erschlossen. Unter der Empore wird ein Stuhllager und eine Spülküche mit Warmhaltetheke eingebaut. Der Kirchenraum wird dadurch multifunktional nutzbar. Die Lagermöglichkeiten sind ebenerdig gut erreichbar und ein rascher Umbau der Bestuhlung wird dadurch ermöglicht.