Furth
Mittwoch, 14. August 2019

Further Bürgermeister möchte Partnerschaft mit District am Victorias in Tansania

Bereits zweimal haben in und um Furth Veranstaltungen zur Unterstützung des lokalen Hilfsprojektes MAVUNO in der Region Karagwe westlich des Viktoriasees stattgefunden. Der Wasserzweckverband Pfettrachgruppe sammelte im Rahmen seines Jubiläums für ein Wasserprojekt in Karagwe Spenden ein. Und nach einer Ausstellung im Maristen-Gymnasium konnten Bilder des Künstlers Marian Kretschmer zur Unterstützung einer Mädchenschule in der Region erworben werden. 

Anlässlich des 25jährigen Bestehens des Hilfsprojektes MAVUNO reiste Bgm. Andreas Horsche als Ehrengast auf offizielle Einladung des Landes nach 13 Jahren erstmals wieder in die Region. Bereits im Vorfeld war klar, dass es dort zum direkten Kontakt mit kommunalen Verantwortungsträgern des District Karagwe kommen würde. „Ich habe den Projektmanager, meinen Freund Charles Bahati, gebeten Treffen mit den Verantwortlichen zu arrangieren um prüfen zu können ob eine kommunale Projektpartnerschaft möglich ist. Eine solche Partnerschaft mit einer tansanianischen Kommune pflegt in Bayern bisher nur die Stadt Würzburg.“, erklärt Bgm. Andreas Horsche seine Beweggründe. Im Rahmen des Jubiläums konnte sich Horsche eine Woche lang ein Bild von den Entwicklungen verschiedener Agrar-, Wasser-, Energie- und Bildungsprojekte machen. „Ich bin sehr überrascht wie gut sich das alles entwickelt hat! Damals gab es in der Region keine asphaltierten Straßen und noch kein Hotel. An Brunnenwasser aus einem Tiefbrunnen war nicht zu denken. Heute kann man dank MAVUNO an drei Stellen im Abstand von jew. 7 km Tiefbrunnenwasser in mitgebrachte Behälter abfüllen“, beschreibt er seine Eindrücke. Das Land Tansania gehört trotz seiner Fortschritte immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Besonders in den ländlichen Regionen wie Karagwe gibt es keine öffentliche Wasserversorgung oder Kanalentwässerung. Mangels einer gesteuerten Siedlungspolitik ist das gesamte Land völlig zersiedelt. Die Wachstumsrate ist sehr hoch. Fünf und mehr Kinder pro Familie sind im ländlichen Raum normal. Immer noch gibt es Regionen in denen die Mädchen der Familien viele Kilometer zurücklegen müssen um an Wasser zu kommen. Das bedeutet dann, dass diese Kinder nicht zur Schule gehen. Doch die gute Entwicklung der letzten Jahre und der Ausbau touristischer Angebote verbessern die Lebenssituation der Menschen spürbar. 

Bei einer kommunalen Partnerschaft sieht Horsche die Chance sowohl gesellschaftlich als auch administrativ von einander lernen zu können. Auch wenn die Kommune bzw. Der District Karagwe mit 424.000 Einwohner wesentlich größer als Furth ist, sind doch die direkten Bedürfnisse und Möglichkeiten in Karagwe mit denen einer Dorfgemeinde vergleichbar. Denn besonders die Dinge die in Bayern selbstverständlich sind (z.B. Zugang zu Trinkwasser, Müllbeseitigung, Feuerwehr, Krankenwagen, öffentliche Beleuchtung und Flächennutzungsplanung) fehlen dort.

Beide Kommunen haben trotz ihrer Unterschiedlichkeit den Willen bekundet die Gründung einer Partnerschaft weiter zu verfolgen. Da sowohl in Bayern als auch in Tansania in 2020 Wahlen anstehen, soll ein erster sog. offizieller Anbahnungsbesuch aus Furth erst im Dez/Jan 2020/2021 stattfinden. Bürgermeister Andreas Horsche unterzeichnete gemeinsam mit Bürgermeister Wallace Mashunda am vergangenen Samstagabend einen entsprechende Willenserklärung. Der Further Bürgermeister erhofft sich bei der Kooperation eine gute Unterstützung des District Karagwe auch außerhalb der Verantwortung kommunaler Veranwtortungsträger. Er möchte damit einen Beitrag zur Verständigung und auch zumindest einen indirekten Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen leisten.

Diese natürliche Wasserstelle versorgt 6.400 Menschen mit „Trinkwasser". Die Frauen schöpfen das stark mit eisenhaltigem Feinsediment versetzte Wasser mit Eimern in Kanister und tragen es nach Hause. Zum Trinken muss das Wasser zuvor gekocht oder gefiltert werden.
Bgm. Horsche überreicht das Further Badetuch als Gastgeschenk an Bgm. Mashanda (3.v.l.)
Eine der drei Tiefbrunnenwasserentnahmestellen, welche MAVUNO gemeinsam mit Ingenieure ohne Grenzen errichtet hat.
Blick in die Ebene des neu eröffneten Nationalparks Burigi-Chato. Hier gibt es ebenfalls die „Big five“. Bgm. Horsche hatte bei seinem Besuch Kontakt mit einer Puffotter, einer Giraffenfamilie und unzähligen Zebras
Der Tansanianische Wirtschaftsminister Innocent Bashungwa erhält von Bgm. Horsche ein Gastgeschenk. In der Bildmitte der Direktor der Organisation MAVUNO Charles Bahati. Horsche und ihn verbindet seit 13 Jahren eine Freundschaft.
Bgm. Wallace Mashunda (Karagwe) und Bgm. Andreas Horsche (Furth) unterzeichnen ein „Letter of Intention“ zur Schaffung der Voraussetzungen gegenseitigen Kennenlernens und gegenseitiger Unterstützung im Rahmen einer kommunalen Partnerschaft