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VG
Donnerstag, 26. Oktober 2017

Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Furth verabschiedet

Dank für großen Einsatz und gute Zusammenarbeit


„Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut“, so sah es ein Schriftsteller. Und vielleicht erkennt man sich in seinem Bonmot über die Doppelgesichtigkeit des Abschieds ja wieder, Otto Brunner, der nun aus dem Dienst als Geschäftsführer der Verwaltungsgemeinschaft Furth scheidet. Zu seiner Verabschiedung im Rahmen einer kleinen Feierstunde waren viele Kolleginnen und Kollegen aus den drei Mitgliedsgemeinden erschienen, auch Ehemalige wurden gesichtet.

 Eine Verabschiedung bedeutet immer einen Einschnitt. Für die Bleibenden, die einen Menschen mit großer Kompetenz und langer Berufserfahrung verlieren, und für den Pensionisten, der jetzt in einen neuen, einen ganz andersgearteten Lebensabschnitt startet, wie VG-Vorsitzender Bürgermeister Andreas Horsche in seiner Begrüßungsrede erwähnte und meinte des Weiteren: „„Der Prediger Kohelet sagt: Alles hat seine Zeit! So gibt es eine Zeit des Werdens und eine Zeit des Wandels. Mit Otto Brunner geht eine Ära in den Ruhestand und einer der letzten Beamten der VG Furth verlässt die Verwaltungsgemeinschaft. Otto Brunner gehörte nicht zu den Geschäftsleitern denen es egal ist, wer unter Ihnen Bürgermeister ist. Er war immer für die Mitarbeiter und Bürgermeister der VG da. Mehr wie ein Vater hat er sich um seine Kinder gekümmert und suchte stets den Ausgleich untereinander. So hatte er es sich auch verdient die letzten Tage seiner Schaffenszeit etwas ruhiger anzugehen und die Dinge im Übergang sauber zu ordnen, damit seine Nachfolgerin Tanja Weinberger ein gut bestelltes Haus übernimmt. Hunderte Mitarbeiter gingen in den vergangenen 39 Jahre durch die Personalverantwortung von Otto Brunner. Vielfältige Veränderungen musste er dabei begleiten. Wo es früher nur eine Schreibmaschine gab, stehen heute an jedem Arbeitsplatz ein PC. Gibt es Netzwerke, Server und eine regelrechte Abhängigkeit vom Internet. Nun stehen Familie, Reisen, die Musik und ganz besonders die Enkelkinder für Otto Brunner im Fokus. Wir, die Mitarbeiter und Bürgermeister wissen, dass es ihm im Ruhestand nicht langweilig wird. Aber auch, dass wir ihm ein bisschen fehlen werden.“

Otto Brunner war zunächst sechs Jahre beim Finanzamt und anschließend 39 Jahre bei der Verwaltungsgemeinschaft in der verantwortungsvollen Position als deren Geschäftsführer beschäftigt und hat sozusagen neun Bürgermeister – davon fünf VG-Vorsitzende - als Chef gehabt. Andreas Horsche dankte dem künftigen Pensionisten für seinen großen Einsatz und dessen Zuverlässigkeit und habe sich mit seiner Kompetenz, seiner Erfahrung und seinem Verantwortungsbewusstsein viel Anerkennung erworben. Die Kolleginnen und Kollegen schätzten seinen Teamgeist sowie die gute Zusammenarbeit, wie seine Nachfolgerin Tanja Weinberger zum Ausdruck brachte. Es sei gewiss nicht immer leicht gewesen, den Überblick und den Humor zu behalten – bei all den vielen Anforderungen, die an ihm gestellt wurden, und all dem Wandel den er im Lauf seiner fast vier Jahrzehnte langen VG-Dienstzeit erlebt habe. Und wenn Brunner jetzt froh ist, nicht mehr Tag für Tag mit pausenlos eingehenden E-Mails oder stetig neuen Vorschriften und Regelungen konfrontiert zu werden, könne man das gut verstehen. Mit einem Sketch und einem singenden klingenden Lied verabschiedeten sich die Rathausangestellten von ihrem Geschäftsführer und überreichten ihm unter anderem eine rustikale Sitzbank für den weiteren Lebensabschnitt.

Es hat sich viel verändert, seit er den ersten Schritt in das Rathaus lenkte, stellte Brunner in der abschließenden Dankesrede fest. Dass die Büros heute anders eingerichtet sind, ist noch die geringste Ummodelung. Gravierender war, dass sich auch Aufgaben und die Zuschnitte einzelner Abteilungen wandelten. Einen starken Umbruch bedeutete auch der Einzug der modernen Kommunikationstechnologie, erinnerte sich Brunner. Junge Menschen von heute können sich gar nicht mehr vorstellen, wie man ohne Computer arbeiten, ja leben könne. Etliche Jahre habe man Formulare und Briefe noch auf der Schreibmaschine – die einzige elektrische Schreibmaschine war seinerzeit schon etwas Besonderes – geschrieben beziehungsweise ausgefüllt. Zu Beginn seiner Amtszeit sei unter anderem auch der erste Bauhofarbeiter in Furth eingestellt sowie der erste gemeindliche Kindergarten in Obersüßbach eröffnet worden. Hatte man anfangs noch „riesige“ Buchungsautomaten, so hieß es mit der Umstellung auf Computer dann, nicht nur etwas dazu-, sondern etwas ganz neu zu lernen. Man bekam nicht nur ein neues technisches Gerät; man musste vor allem alle Vorgänge anders erledigen. Und bei den Tücken des Systems habe er sich so manchmal nach den guten alten Formularen zurückgesehnt. Doch diese und andere Herausforderungen habe man gemeistert mit der Bereitschaft zur Weiterbildung und guter Teamarbeit all seiner Kolleginnen und Kollegen. Otto Brunner freue sich auf den neuen Lebensabschnitt, wie er selbst bekundete, denn die Zeit nach dem Job habe noch viel zu bieten, allem voran mehr Zeit für seine drei Enkelkinder.

 

Bild 1: Otto Brunner und dessen Nachfolgerin Tanja Weinberger mit den amtierenden Bürgermeistern der Verwaltungsgemeinschaft Sebastian Satzl aus Weihmichl, Helga Kindsmüller von Obersüßbach und VG-Vorsitzender Andreas Horsche.

Bild 2: Die Rathausbelegschaft bereitete Otto Brunner einen singenden klingenden Abschiedsgruß